Vorbilder sind in vielen Lebensbereichen wertvoll – im Trading gilt das ganz besonders. Sie können bei den ersten Schritten helfen, Orientierung bei der Auswahl von Setups geben und, vielleicht am wichtigsten, beim Thema Trading-Mindset und Psychologie unterstützen.
Doch die Wahl der richtigen Trading-Influencer ist entscheidend. Viele von uns starten ihre Reise – so wie ich – auf YouTube. Dort tummeln sich jedoch unzählige „Trading-Gurus“, die mit unrealistischen Versprechungen oder teuren, inhaltsarmen Kursen locken. Wenn es nach Clickbait klingt oder schnellen Erfolg verspricht („98 % Win Rate!“, „Das einzige Setup, das du brauchst, um profitabel zu sein!“), ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit Zeitverschwendung. Trading ist hart. Es gibt keinen Weg über Nacht zum Erfolg – und genau deshalb sollte man Gurus meiden, die genau das versprechen.
Ich selbst bin auch durch diese Phase gegangen (und habe einige dieser Videos konsumiert).
Bonus-Tipp: Der YouTube-Kanal ImanTrading ist in diesem Zusammenhang sehr unterhaltsam. Iman nimmt genau diese Fake-Gurus aufs Korn und entlarvt ihre Maschen.
Heute habe ich meine persönliche „Shortlist“ an Tradern, die mich nachhaltig geprägt haben – allen voran Trades by Matt und Alpine Trader.
Trades by Matt (TBM)
YouTube Kanal: https://www.youtube.com/@TradesbyMatt
Kein Trader hat meinen Stil bisher so stark beeinflusst wie Matt.
Der wichtigste Punkt: Er streamt täglich live auf YouTube. Das bedeutet, seine Erfolge (und Misserfolge) sind transparent. Man bekommt die Höhen und Tiefen mit – und lernt, dass Verluste Teil des Spiels sind.
Seine Philosophie passt perfekt zu mir: Base Hits statt Home Runs. Matt hält seine Trades nicht endlos, sondern nimmt kleine, schnelle Gewinne – typischerweise 10 Punkte pro Trade im Nasdaq-Future (NQ). Für mich ist das ideal, da ich selbst Schwierigkeiten habe, längere Trades ruhig auszuhalten.
Wie kann man mit „nur“ 10 Punkten (= 200 $ im NQ) trotzdem gutes Geld verdienen? Über Skalierung. Matt tradet bei Apex Trader Funding und nutzt das dort mögliche Copy-Trading auf bis zu 20 Accounts. Sein Tagesziel sind 20 Punkte (= 400 $ pro Account). Multipliziert mit 20 Accounts ergibt das 8.000 $ pro Tag – natürlich auch mit entsprechendem Risiko an roten Tagen.
Dazu kommen seine klaren, leicht verständlichen Setups, die stark auf Price Action setzen und nur wenige Indikatoren verwenden. Diese Einfachheit hat mir gezeigt, dass man auch ohne Chart-Overload profitabel traden kann.
Nicht zuletzt spricht Matt oft über Psychologie im Trading. Allein ihm zuzusehen, wie er 95 % der Zeit geduldig auf den Händen sitzt, ist ein wertvoller Reminder, nicht ins Overtrading zu verfallen.
Alpine Trader
YouTube Kanal: https://www.youtube.com/@alpinetrader
Alpine ist erst kürzlich auf meine Liste gekommen. Sein Trading-Stil ist weniger unterhaltsam als der von Matt – aber dafür inhaltlich extrem wertvoll.
Von ihm habe ich vor allem zwei Dinge übernommen:
- Den Opening Range Breakout (ORB), mit dem ich ebenfalls gute Erfahrungen gemacht habe.
- Den Einsatz eines 500-Tick-Charts, der mir eine ganz neue Perspektive auf den Markt gibt.
Auch Alpine handelt über verschiedene Prop Firms (inklusive Apex) und skaliert so über viele Accounts – ähnlich wie mein eigener Ansatz. Seine ruhige, methodische Art und die beeindruckenden Ergebnisse der letzten Monate machen ihn zu einer Inspiration. Außerdem ist er einfach ein sympathischer Typ, dem man den Erfolg gönnt.
Fazit
Trader auf YouTube und Instagram gibt es wie Sand am Meer. Die Kunst ist, die Spreu vom Weizen zu trennen – und jemanden zu finden, dessen Stil zu einem selbst passt. Meidet die Gurus mit leeren Versprechungen.
Meine Empfehlung: Trades by Matt und Alpine Trader – vor allem, wenn euch der „Base Hits“-Ansatz und klares Price Action Trading zusagen.
Wer dagegen lieber große Swings sucht, wird bei anderen Tradern glücklicher.