In diesem ersten Beitrag geht’s um die Grundlage: Was sind Futures überhaupt, warum interessieren sie mich – und wie unterscheiden sie sich von anderen Anlageformen wie Aktien, Fonds oder Forex?
Was sind Futures im klassischen Sinne?
Futures (auch: Terminkontrakte) sind standardisierte Verträge, mit denen sich zwei Parteien darauf festlegen, einen bestimmten Basiswert zu einem vorher festgelegten Preis an einem bestimmten Datum in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen.
Der Ursprung dieser Verträge liegt in der Agrarwirtschaft: Ein Landwirt konnte z. B. schon im Frühjahr mit einem Abnehmer einen Preis für seine Ernte im Herbst vereinbaren. So hatten beide Parteien Planungssicherheit – unabhängig davon, wie sich der Markt entwickelt.
Heute werden Futures nicht nur zur Absicherung (Hedging), sondern auch für reine Spekulation genutzt – besonders im institutionellen Handel und unter Daytradern.
Futures gibt es auf nahezu alle Anlageklassen:
- Rohstoffe: z. B. Öl, Gold, Kaffee, Weizen
- Finanzprodukte: z. B. Zinsen, Anleihen, Währungen
- Indizes: z. B. Nasdaq 100, S&P 500, DAX
Was sind Index-Futures?
Ein Index-Future basiert – wie der Name sagt – auf einem Börsenindex.
Ich selbst trade hauptsächlich den NQ – den Future auf den Nasdaq 100, also die 100 größten nicht-finanziellen Tech-Unternehmen der USA (Apple, Amazon, NVIDIA etc.).
Beispiele für beliebte Index-Futures:
- NQ – Nasdaq 100 Future
- ES – S&P 500 Future
- YM – Dow Jones Future
- FDAX – DAX Future
- RTY – Russell 2000 Future
Warum Index-Futures für Trader spannend sind:
- Sie sind hochliquide – große Volumen, enge Spreads
- Standardisiert & transparent – klare Kontraktgrößen und Handelszeiten
- Hebelwirkung – durch Margin-Anforderungen ist mit wenig Kapital viel Bewegung möglich
- Sie reagieren direkt auf Wirtschaftsdaten und Nachrichten
- Fast rund um die Uhr handelbar (23h täglich, Mo–Fr)
Unterschiede zu Aktien, Fonds und Forex
Futures unterscheiden sich deutlich von anderen bekannten Anlageformen. Hier eine detaillierte Gegenüberstellung:
| Assetklasse | Beschreibung | Vorteile | Nachteile |
| Aktien | Du besitzt Anteile an einem Unternehmen. | Dividenden, Transparenz, langfristige Wertentwicklung | Kein Hebel, langsamerer Kapitalaufbau, teils hohe Einstiegskosten |
| Fonds / ETFs | Bündel aus Aktien oder Anleihen. | Diversifikation, einfach zu handeln, ideal für langfristiges Investieren | Kaum aktiv steuerbar, keine Hebelung, keine kurzfristige Flexibilität |
| Forex (Devisen) | Handel mit Währungspaaren (z. B. EUR/USD) | 24h-Markt, hohe Liquidität, guter Hebel | Weniger reguliert, starke Volatilität, oft schwer zu analysieren |
| Futures | Terminkontrakte auf Basiswerte wie Indizes, Rohstoffe etc. | Hoher Hebel, liquide, standardisiert, ideal für Daytrading | Hohes Risiko, Margin Calls, wenig Fehlertoleranz |
Besonderheit bei Futures: der Hebel.
Ein einziger NQ-Kontrakt bewegt etwa $20 pro Punkt. Bei einem Tagesrange von 100+ Punkten kann ein Trader schnell vierstellige Summen gewinnen – oder verlieren. Gleichzeitig kann man auch „Micro-Futures“ handeln (z. B. MNQ), bei denen der Punktwert deutlich kleiner ist, was Anfängern entgegenkommt.
Vorteile und Risiken von Futures
Vorteile:
- Hohe Liquidität: Sehr enge Spreads, ideal für Scalping/Daytrading
- Standardisierung: Jeder Kontrakt ist gleich – keine Überraschungen
- Verfügbarkeit: 23 Stunden pro Tag, 5 Tage die Woche
- Hebel: Ermöglicht hohe Bewegungen bei geringem Kapitaleinsatz
- Klare Struktur: Unterstützt technische Analyse sehr gut
Nachteile:
- Hoher psychologischer Druck durch schnelle Bewegungen
- Margin-Anforderungen: Bei Verlusten kann Nachschuss (Margin Call) drohen
- Komplexität: Keine „Buy & Hold“-Mentalität – ständiges Management nötig
- Fehlertoleranz = Null: Ein falscher Klick kann teuer werden
Warum ich mich für Futures entschieden habe
Ich liebe den strukturierten, schnellen Charakter von Futures.
Der Markt ist klar, volatil und reagiert auf wirtschaftliche Daten, Charttechnik und Marktpsychologie – genau mein Ding. Ich trade Futures, weil sie direkt, messbar und skalierbar sind.
Statt auf große Gewinne zu hoffen, konzentriere ich mich auf „Base Hits“: kleine, saubere Setups mit klar definiertem Risiko. Ein Ansatz, der Geduld braucht – aber auf Dauer besser funktioniert als das ständige „All-In-or-Nothing“-Denken.
Und genau darum geht’s in diesem Blog: Lernen, dokumentieren, besser werden.
Fazit
Futures sind ein kraftvolles, aber auch gnadenloses Werkzeug.
Sie eignen sich nicht für jeden – aber für disziplinierte Trader mit technischem Verständnis und Risikokontrolle bieten sie enorme Chancen.
Wenn du selbst überlegst, ins Trading einzusteigen, oder einfach neugierig bist, wie jemand (wie ich) mit Futures an seine Grenzen geht – bleib dran. Ich nehme dich mit auf meinen Weg. Ehrlich. Schritt für Schritt.